Der Judo-Club Hilden begleitet Menschen von der Krabbelgruppe bis zur Trainerlizenz. Auf dieser Seite steht, wie dieser Weg aussieht — was auf der Matte passiert, und was daraus an anerkannter Qualifikation entsteht. Beides läuft nebeneinander und greift ab etwa vierzehn ineinander.
Niemand muss diesen Weg gehen. Die meisten kommen zum Judo, weil es Spaß macht, und hören irgendwann wieder auf — das ist völlig in Ordnung. Wer ihn aber gehen will, findet bei uns jede Stufe und Menschen, die sie selbst gegangen sind.
Der Anfang hat mit Judo noch nichts zu tun. Eltern kommen mit ihren Kindern auf die Matte, die Kleinen bewegen sich, die Großen auch. Was hier zählt, ist der Raum: eine weiche Fläche, auf der ein Einjähriges hinfallen darf, ohne dass jemand erschrickt.
Bewegung mit Mutter oder Vater, Rückbildung im Anschluss. Keine Anforderungen, keine Prüfung, kein Ziel.
Noch nichts — und das ist richtig so.
Ein Konzept, das Aurica Leskau-Drah für den Verein entwickelt hat. Es verbindet allgemeine Bewegungsförderung mit den Grundlagen des Kampfsports: sicheres Fallen, Rollen, Abstützen, Körperspannung, Kräftemessen mit klaren Regeln. Kinder in diesem Alter brauchen keine Techniknamen, sondern Anlässe.
Der Nutzen reicht über den Sport hinaus. Wer sicher fallen kann, verletzt sich auf dem Schulhof seltener. Das ist Unfallprävention, nicht Talentsichtung.
Bewegungslandschaften statt Technikreihen. Warten bis man dran ist, ein Gegenüber, dem man nicht wehtut.
Für das Kind nichts. Für die Übungsleitung schon: der DJB führt eine eigene Qualifikation „Judo im Elementarbereich", und in der Trainer-C-Spezialisierung dafür genügt ausnahmsweise der 6. Kyu.
Jetzt beginnt Judo. Die Graduierung startet beim 8. Kyu und läuft in acht Stufen bis zum braunen Gürtel. Für die ersten drei Grade schreibt der Verband kein Mindestalter vor — wann ein Kind seine erste Prüfung macht, entscheidet der Verein.
Geprüft wird bei uns im Haus, durch eigene Prüfer. Beurkundet wird im JudoPass, seit 2024 digital mit QR-Code. Dieser Pass ist der Nachweis, der bundesweit gilt.
Der JudoPass. Mehr braucht es hier nicht — aber er ist der Anfang der Akte, aus der später alles hervorgeht.
Wer will, tritt an: Kreis, Bezirk, Land, Westdeutsche, Deutsche. Der Verein organisiert Fahrgemeinschaften zu den Turnieren.
Ab hier bekommt der Wettkampf eine zweite Bedeutung, die den wenigsten bewusst ist: Jeder gewonnene Kampf auf einem offiziellen Turnier ist ein Kampfpunkt — und zehn davon können später das Mindestalter für den schwarzen Gürtel um ein ganzes Jahr senken.
Der grüne Gürtel (3. Kyu) ist ab elf möglich. Danach Blau (2. Kyu) — die Schwelle, ab der der Verband Ausbildungen öffnet.
Kampfpunkte im JudoPass. Sie sind später bares Jahr wert.
Hier verzweigt sich der Weg zum ersten Mal. Bis jetzt war Judo etwas, das man bekommt. Ab hier wird es etwas, das man weitergibt — und das erste Mal, dass daraus eine Qualifikation wird, die außerhalb des Vereins gilt.
Zwei Dinge laufen hier auseinander, und die Seite trennt sie bewusst: Verantwortung geben wir ab dem orangen Gürtel — das ist Vereinspraxis, keine Verbandsregel. Das erste Zertifikat gibt es ab orange-grün, dem 4. Kyu, so verlangt es die NWJV-Ordnung. Die Papiere kommen also nach der Praxis, nicht davor.
Bei uns beginnt das mit dem orangen Gürtel (5. Kyu) — früher, als jedes Zertifikat es verlangt. Aufwärmen leiten, eine Technik zeigen, eine Anfängerin betreuen. Weiter antreten gehört dazu; das eine schließt das andere nicht aus.
Der 1. Kyu ist ab 13 Jahren möglich, wenn der Wahlbereich Kata oder Wettkampf gewählt wird; mit Selbstverteidigung oder Taiso ab 14. Damit ist die letzte farbige Stufe erreicht.
Und hier steht der Satz, auf den es ankommt: Die Leistungsnachweise für den nächsten Grad dürfen unmittelbar nach der Graduierung begonnen werden — ganz oder teilweise, vor dem Mindestalter und vor Ablauf der Wartezeit. Wer mit dreizehn den Braungurt hat, darf mit dreizehn anfangen, Module für den schwarzen Gürtel abzulegen. Nur die Graduierung selbst wartet.
Nage-waza und Katame-waza auf Prüfungsniveau, dazu die Kata. Die Kata muss immer im Ganzen abgelegt werden — sie lässt sich nicht in Teile zerlegen.
Einzelne abgelegte Module, eingetragen im Pass. Sie sammeln sich an, bis das Mindestalter erreicht ist.
Und was einmal bestanden ist, bleibt bestanden: ein abgelegtes Modul verfällt nicht. Wer mit vierzehn die Kata schafft, hat sie — auch wenn zwischen Modul und Graduierung zwei Jahre Schule, Verletzung oder Auslandsaufenthalt liegen.
Mindestalter 16 Jahre. Absenkbar auf 15 — mit zehn Kampfpunkten oder einer Qualifikation zur Deutschen Einzelmeisterschaft. Dazu mindestens ein Jahr aktives Judo seit dem 1. Kyu.
Geprüft werden drei Pflichtteile — Nage-waza, Katame-waza und eine Kata — und genau ein Wahlbereich aus fünf. Und genau hier verschränken sich die beiden Stränge dieser Seite: Einer dieser fünf Wahlbereiche ist der Erwerb einer Trainerlizenz. Wer den Weg über das Unterrichten geht, legt damit zugleich einen Teil seiner Dan-Prüfung ab.
Pflicht: Nage-waza, Katame-waza, Kata. Theorie wird erst ab dem 3. Dan verlangt.
Ein Wahlbereich aus: Lizenzen, Wettkampf, Kata, Selbstverteidigung, Taiso. Die Urkunde stellt der Landesverband aus.
Im Alltag sagt man „Schwarzgurt", manchmal auch „Judo-Meister". Beides ist verständlich, aber keine Bezeichnung des Verbandes: In der Graduierungsordnung, den Anforderungen an Dan-Grade und der Ausbildungsordnung kommt das Wort „Meister" nicht ein einziges Mal vor. Dort heißt es „1. Dan" und „Dan-Trägerin" beziehungsweise „Dan-Träger". Auch „Sensei" ist kein Titel, den ein Verband vergibt — es ist eine Anrede.
Das ist kein Haarspalten. Wer eine Bewerbung schreibt oder eine Graduierung nachweist, kommt mit „Trägerin des 1. Dan, verliehen vom Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband" weiter als mit einem Titel, den niemand nachschlagen kann.
Bis 2018 galt: Was ein nationaler Verband vergibt, erkennt die IJF an. Die IJF Grades and Dan Regulations in der Fassung Januar 2026 verlangen zusätzlich eine Validierung durch die IJF-Gradekommission, binnen sechs Monaten nach der nationalen Verleihung; die Übergangsfrist lief zum 1. September 2026 aus. Im Verein ändert das nichts — für Judobase-Einträge, IJF-Kampfrichter und IJF-Trainer schon. Wie der DJB das umsetzt, ist öffentlich noch nicht dokumentiert.
Mit sechzehn steht die erste Stufe des DOSB-Lizenzsystems offen. Ab hier ist die Qualifikation nicht mehr vereins- oder verbandsintern, sondern bundesweit anerkannt und öffentlich anschlussfähig.
Zwei Wege führen dorthin, und beide sind 120 Lerneinheiten lang: die sportartübergreifende Übungsleiter*in C über den Landessportbund, oder die judospezifische Trainer*in C Breitensport über den NWJV.
Eine eigene Gruppe — bei uns oft die Kindergruppe, aus der man selbst kommt. Wettkampf geht weiter; das eine schließt das andere nicht aus.
60 weitere Lerneinheiten. Der DJB vergibt dazu intern weiterhin den Titel „Judolehrer Stufe I". Mit achtzehn öffnet sich außerdem die Graduierungslizenz — die Berechtigung, selbst Kyu- und Dan-Prüfungen abzunehmen.
Eigenverantwortliche Gruppen, Prüfungsabnahme, Lehrgänge. Wer will, geht in den Kampfrichterbereich.
Die Lizenz ist drei Jahre gültig — der DJB weicht hier bewusst vom DOSB-Rahmen ab, der für die zweite Stufe vier Jahre vorsieht. Zum Erhalt genügen 15 Unterrichtseinheiten Fortbildung.
90 Lerneinheiten, frühestens mit zwanzig, nur mit Befürwortung von Verein und Landesverband und mit nachgewiesener Trainertätigkeit im Leistungssport. Intern heißt das „Judolehrer Stufe II". Diese Lizenz ist nur noch zwei Jahre gültig — auf dieser Stufe wird laufende Fortbildung vorausgesetzt.
Das ist zugleich die Schwelle, ab der Judo ein Beruf werden kann. Die Stellenausschreibungen des DJB für Bundesstützpunkttrainer verlangen „mindestens DOSB Trainer-A Leistungssport Lizenz".
DJB, Ausbildungsinhalte Trainer A; DOSB-Rahmenrichtlinien, 3. Lizenzstufe: 90 LE, ab 20 Jahren, zwei Jahre gültig. DJB-Ausschreibungen Bundesstützpunkt Köln (2023), München und Hannover (2025).Die höchste Stufe des deutschen Lizenzsystems. Voraussetzung sind Fachoberschulreife, eine aktive Trainer-A-Lizenz, die Befürwortung des Spitzenverbands, Tätigkeitsnachweise und eine Anti-Doping-Erklärung.
Drei Jahre, rund vier Präsenztage im Monat, 1.300 Unterrichtseinheiten. Am Ende stehen zwei Abschlüsse nebeneinander: „Staatlich geprüfte/r Trainer/in des Landes Nordrhein-Westfalen" und „Diplom-Trainer/in des DOSB". Das ist ein staatlich anerkannter Berufsabschluss — kein akademischer Grad; ein Bachelor ist aber zusätzlich erwerbbar.
Judo war 1974 einer der sieben Gründungsverbände der Trainerakademie. Den sportartspezifischen Teil der Ausbildung verantwortet bis heute der DJB selbst.
Trainerakademie Köln, Kurzinformation zum Studium und Studiumsseite; DJB-Ausbildungsordnung 2023, Kapitel 11 „Diplomtrainer Judo". Studienplatzkosten laut Website 13.000 €, Eigenanteil 2.600 €, Bundesförderung 40–80 %.Bis zum 5. Dan die Landesverbände des Deutschen Judo-Bundes, ab dem 6. Dan der DJB selbst. In Nordrhein-Westfalen hat der NWJV das Prüfungswesen dem Nordrhein-Westfälischen Dan-Kollegium übertragen — kein eigener Verband, sondern das ausführende Organ.
Der DJB ist Mitglied der International Judo Federation und der European Judo Union; im Training und auf der Matte wird ein deutscher Dan überall anerkannt, wo Judo betrieben wird.
Formal sind es seit 2026 aber zwei Schritte: Der Grad wird national vergeben, und für den Eintrag in die weltweite IJF-Gradeliste kommt eine Validierung durch die IJF hinzu. Wichtig wird der zweite Schritt vor allem für Judobase, IJF-Kampfrichter und IJF-Trainer.
Mit dem JudoPass und der Dan-Urkunde. Wer im Ausland trainieren oder antreten will, weist damit seinen Grad nach. Umgekehrt können ausländische Grade aus IJF- und EJU-Verbänden hier anerkannt werden — gegen Vorlage der Originalurkunde.
Was die IJF im Januar 2026 angekündigt hatte, ist inzwischen in Kraft: Die IJF Grades and Dan Regulations in der Fassung Januar 2026 verlangen, dass national vergebene Dan-Grade der IJF-Gradekommission zur Validierung vorgelegt werden — binnen sechs Monaten nach der Verleihung. Die Übergangsfrist für die Umstellung lief zum 1. September 2026 aus.
Wie der Deutsche Judo-Bund das im Einzelnen umsetzt, ist öffentlich noch nicht dokumentiert. Für das Training ändert sich nichts; wer eine Dan-Prüfung plant oder international antreten will, sollte den Stand beim Landesverband erfragen. Wir schreiben das hierhin, statt es wegzulassen.
Das Besondere an diesem Weg ist nicht, dass es ihn gibt. Es ist, dass im Judo-Club Hilden gerade auf jeder Stufe jemand steht — und dass alle vier ihn in den letzten Jahren gegangen sind. Vom Blaugurt mit Trainerassistenz über den Braungurt mit dem ersten Dan-Modul bis zum Dan-Träger mit Lizenz, der selbst unterrichtet.
Braungurt mit abgeschlossenem Kata-Modul für den 1. Dan — genau die Stufe, an der die Module vorgezogen werden. Deutsche Vizemeisterin 2024 im Ne-Waza, Westdeutsche Meisterin U14, Landesmeisterin 2025.
Blaugurt mit Trainerassistenz. Vierte bei der Deutschen Meisterschaft 2024 und im Anschluss zum Bundeskader eingeladen.
Beide Blaugurt, beide Trainerassistenz, beide Kreismeisterinnen der U11 in Haan. Sie unterrichten und treten weiter an — gleichzeitig.
1. Dan und Trainer C — und unterrichtet bereits. Damit steht er genau auf der Stufe, an der die beiden Stränge dieser Seite zusammenlaufen: schwarzer Gürtel und Lizenz, beides erreicht, beides im Einsatz.
Hier steht bewusst auch, was nicht stimmt. Über Trainerlizenzen kursieren Versprechen, die sich nicht halten lassen; wir geben sie nicht weiter.
Wer als Übungsleiterin oder Übungsleiter nebenberuflich für einen gemeinnützigen Verein tätig ist, kann seit dem 1. Januar 2026 bis zu 3.300 € im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei erhalten (Übungsleiterpauschale, § 3 Nr. 26 EStG). Für andere Vereinsämter — Vorstand, Kasse — gilt die Ehrenamtspauschale mit 960 € im Jahr.
Übungsleitung im Verein, Sport-AGs an Schulen, Angebote im Offenen Ganztag. Mit der Aufbaulizenz Sport in der Rehabilitation kommt der Rehabilitationssport nach ärztlicher Verordnung hinzu — das ist ein echter Leistungsanspruch nach § 64 SGB IX.
Bei Sport in der Prävention muss man genauer hinsehen: Sie berechtigt zu präventiven Vereinsangeboten und zum Siegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“ — aber nicht automatisch dazu, dass die Krankenkassen einen Kurs bezuschussen. Dafür verlangt der Leitfaden Prävention überwiegend einen staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschluss; die Übergangsregelung, die die Lizenz allein genügen ließ, ist Ende 2025 ausgelaufen.
Manche Hochschulen rechnen Trainerlizenzen als Leistungspunkte an — etwa fünf für die C-, zehn für die B- und fünfzehn für die A-Lizenz. Das ist keine allgemeine Regel, sondern hängt an der jeweiligen Prüfungsordnung. Umgekehrt bieten mehrere Universitäten ihren Sportstudierenden einen verkürzten Weg zur Lizenz.
Einen landesweiten Preis gibt es nicht — der Landessportbund gibt Inhalte und Qualität vor, das Entgelt setzt jeder Veranstalter selbst fest. Über alle Anbieter in NRW liegt die vollständige Übungsleiter-C-Ausbildung mit Vereinsempfehlung bei etwa 385 bis 600 €, ohne sie bei bis zu rund 1.000 €.
Die Vereinsempfehlung stellt der Verein aus — sie halbiert den Preis oft und kostet uns nichts. Wir stellen sie jedem aus, der ernsthaft anfängt.
Solche Stellen gibt es wirklich: Der Nordrhein-Westfälische Judo-Verband beschäftigt sieben hauptamtliche Trainerinnen und Trainer, der nächste Landesleistungsstützpunkt liegt in Düsseldorf.
Bemerkenswert ist, was in den Ausschreibungen des Deutschen Judo-Bundes gefordert wird — und was nicht: Verlangt wird mindestens die DOSB-Lizenz Trainer A Leistungssport, ein Sportstudium ist ausdrücklich nur „vorteilhaft". Ein Dan-Grad kommt in keiner davon vor. Der schwarze Gürtel ist die sportliche Anerkennung — beruflich zählt die Lizenz.
Ein Dan-Grad öffnet keine Türen außerhalb des Sports — dafür gibt es keinen Beleg. Die Sportfördergruppen von Bundeswehr und Bundespolizei nehmen ausschließlich Kaderathleten auf, der Zoll fördert nur Wintersport. Und eine Trainerlizenz befreit nicht von der Sporteignungsprüfung fürs Studium. Wer das anders erzählt, erzählt es falsch.
Bis hierhin ging es um Judo. Der Verein bietet aber sieben Kampf- und Bewegungssportarten an — und die hängen an ganz verschiedenen Dachverbänden. Das klingt nach Verwaltungsdetail, entscheidet aber darüber, ob eine Ausbildung später etwas wert ist: Nur Fachverbände im DOSB können DOSB-Lizenzen vergeben, und nur die zählen bundesweit, werden öffentlich bezuschusst und bauen aufeinander auf.
Wir schreiben das hierhin, weil es sonst niemand sagt. Wer bei uns trainiert, soll wissen, worauf er zuläuft.
| Sparte | Dachverband | DOSB | Einstieg | Erste Lizenz | Weiter bis |
|---|---|---|---|---|---|
| Judo | DJB / NWJV | ja | ab 144. Kyu, 30 LE | ab 16Trainer C, 120 LE | Trainer Adann Diplom-Trainer |
| Brazilian Jiu-Jitsuund Ne-Waza | DJJV | ja | ab 144. Kyu, 30 LE | ab 18Zulassung ab 16, 120 LE | Trainer A Ne-Wazaeigene Disziplinstufe |
| SelbstverteidigungGoshin Jitsu | DJJV | ja | ab 144. Kyu, 30 LE | ab 18oder Kursleiter ab 16 | Trainer A Breitensport |
| Karateim DOSB-Weg | DKV / KDNW | ja | ab 146. Kyu, 30 LE | ab 16Trainer C, 120 LE | Trainer Asieben B-Profile |
| Karateunser Stilverband | DKKBV Köln | nein | eigene Prüfungsordnung | keine DOSB-Lizenz | Dan-Anerkennung im DKVeigenes Verfahren, gebührenpflichtig |
| Kickboxen | WAKO Deutschland | ja | ab 1430 UE | ab 16Trainer C, 120 UE | Trainer Aab 20 |
| MMA | GEMMAF / IMMAF | nein | — | nur Zertifikate | Coach-Level, Referee |
| Yoga und Fitness | LSB NRWsportartübergreifend | ja | ab 13Sporthelfer*in, 30 LE | ab 16Übungsleiter*in C | ÜL B Prävention / Reha |
Anders als oft angenommen vergibt der DJJV die BJJ-Gurte selbst — mit eigenem Prüfungsprogramm, Urkunde und Passeintrag. Der Schwarzgurt geht nur über eine Prüfung und frühestens mit 19 Jahren; davor liegen Vorbereitungszeiten von zwei Jahren auf Blau, zwei auf Lila und anderthalb auf Braun. Ausländische Grade werden anerkannt, wenn die Lineage nachvollziehbar ist — eine Anerkennung ohne Leistungsüberprüfung berechtigt aber nicht zum Lizenzerwerb. Die IBJJF hat dabei keine formale Rolle: Sie registriert und erkennt an, sie befördert nicht.
Hier gibt es Qualifikationen, die es sonst nirgends gibt — und die früh greifen. Die Kursleiterausbildung „Nicht-mit-mir!" (45 LE) verlangt keinen Kyu-Grad und ist ab 16 zugänglich; sie qualifiziert ausdrücklich auch für die Arbeit in Kindergärten. FrauenselbstSicherheit (25 LE) kommt ab 18 dazu. Und die B-Lizenz Gewaltprävention ist die einzige der zweiten Stufe, die ohne Dan-Grad auskommt.
MMA ist in Deutschland keine DOSB-Sportart. Der DOSB sprach ihr 2009 die Sportart-Eigenschaft ab, die Sportministerkonferenz bestätigte das, und die Aufnahmeordnung schließt Sportarten aus, die „eine tatsächliche oder simulierte Körperverletzung bei Einhaltung der gesetzten Regeln beinhalten". Es gibt dort keine Lizenz, nur Zertifikate — und keine öffentliche Bezuschussung der Übungsarbeit. Wer im Verein MMA anleiten will, kombiniert in der Praxis eine C-Lizenz aus einer verwandten Sportart mit einem GEMMAF-Zertifikat.
Nichts davon sagt etwas über die Qualität des Trainings. Ein Stilverband kann hervorragend unterrichten, und MMA ist deshalb keine schlechtere Sportart. Es sagt nur etwas darüber, was auf dem Papier übrig bleibt, wenn jemand die Halle verlässt.
Und es gibt einen Ausweg, den wir empfehlen: Die Übungsleiter-C-Lizenz des Landessportbunds ist sportartübergreifend. Wer sie hat, kann in jeder Sparte anleiten und ist förderfähig — auch dort, wo der eigene Dachverband keine Lizenz vergibt. Fachlich ersetzt sie die Sportartausbildung nicht; formal öffnet sie jede Tür.
Das wird oft übersehen: Eine DOSB-Lizenz ist nicht judospezifisch. Sie bescheinigt, dass jemand Gruppen anleiten kann — planen, durchführen, auswerten, auf Sicherheit achten, mit Menschen arbeiten, die unterschiedlich weit sind. Das ist in jedem Bewegungsberuf dieselbe Grundfähigkeit.
Die Übungsleiter-C-Lizenz ist dabei sportartübergreifend angelegt: Wer sie über den Landessportbund erwirbt, hat eine Qualifikation in der Hand, in der das Wort „Judo" gar nicht vorkommt.
Sport-AGs an Schulen und Angebote im Offenen Ganztag, Bewegungsgruppen in Kitas, Übungsleitung in Vereinen jeder Sportart. Dafür ist die C-Lizenz die übliche und ausreichende Qualifikation — und sie wird für solche Stellen regelmäßig ausdrücklich verlangt.
Rehabilitationssport nach ärztlicher Verordnung: Dafür gibt es die zweite Stufe „Sport in der Rehabilitation" — in NRW mindestens 105 Lerneinheiten für die Orthopädie. Sie berechtigt tatsächlich zur Leitung verordneter Gruppen; das ist ein Leistungsanspruch nach § 64 SGB IX, kein Werbeversprechen.
Bei „Sport in der Prävention" muss man genauer hinsehen: Sie berechtigt zu präventiven Vereinsangeboten und zum Siegel „SPORT PRO GESUNDHEIT" — aber nicht automatisch dazu, dass eine Krankenkasse den Kurs bezuschusst. Die Übergangsregelung, nach der die Lizenz allein genügte, lief Ende 2025 aus.
EMS-Training darf seit Ende 2022 nur anleiten, wer die Fachkunde nach der Strahlenschutzverordnung NiSV hat. Und deren Zugangsvoraussetzung ist in Anlage 3 wörtlich eine Übungsleiter- oder Trainer-C-Lizenz mit mindestens 120 Lerneinheiten — also genau die, die hier mit sechzehn erworben wird. Das Fachkundemodul selbst umfasst nur 23 Lerneinheiten.
Im normalen Fitnessstudio gibt es dagegen keine gesetzliche Anforderung; dort arbeitet die Branche mit eigenen Anbieterlizenzen. Die DOSB-Lizenz zählt als einschlägige Vorerfahrung, ersetzt sie aber nicht.
Und das Ganze beginnt früher, als es aussieht: Wer als Dreizehnjährige die Sporthelfer-Ausbildung macht, hat mit sechzehn die C-Lizenz, mit achtzehn die B-Stufe — und damit vor dem Abitur eine Qualifikation, mit der sich neben Schule oder Studium Geld verdienen lässt. Nicht als Versprechen, sondern als offener Weg.
DOSB-Rahmenrichtlinien: ÜL-B „Prävention" und „Rehabilitation" sind eigene Profile der 2. Lizenzstufe (min. 60 LE; LSB NRW Reha Orthopädie min. 105 LE), Zulassung nur mit gültiger Lizenz der 1. Stufe und einem Jahr Vereinspraxis. Rehasport nach § 64 Abs. 1 SGB IX i.V.m. der BAR-Rahmenvereinbarung vom 01.01.2022. Kassenbezuschussung von Präventionskursen über die Zentrale Prüfstelle Prävention: Der Leitfaden Prävention verlangt überwiegend einen staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschluss; die Übergangsregelung für die ÜL-B lief zum 31.12.2025 aus. EMS: NiSV § 7 Abs. 1 und Anlage 3 Teil E.| Stufe | Ab | Voraussetzung | Umfang | Gültig |
|---|---|---|---|---|
| Sporthelfer*in I | 13 | keine | 30 LE | — |
| Aufgaben in der Gruppe | — | 5. Kyu (orange) — Vereinspraxis | — | — |
| Trainerassistent*in | 14 | 4. Kyu (orange-grün), NWJV | 30 LE | Zertifikat |
| 1. Kyu (braun) | 13 | Wahlbereich Kata oder Wettkampf | — | dauerhaft |
| 1. Dan | 16 (15) | 1 Jahr nach 1. Kyu | 3 Pflicht + 1 Wahl | dauerhaft |
| Übungsleiter*in C | 16 | keine judospezifische | 120 LE | 4 Jahre |
| Trainer*in C Judo | 16 | 2. Kyu, Lizenz mit 1. Kyu | 120 LE | 4 Jahre |
| Trainer*in B | 18 | Trainer C + Praxis | 60 LE | 3 Jahre |
| Trainer*in A | 20 | Trainer B + Befürwortung | 90 LE | 2 Jahre |
| Diplom-Trainer*in | — | Trainer A, FOR, Verbandsvotum | 1.300 UE | Abschluss |
Gültigkeitsdauern nach DJB-Ausbildungsordnung 2024, Ziffer 9.2 — beim Trainer B weicht der DJB vom DOSB-Rahmen ab (drei statt vier Jahre). Fortbildung zum Lizenzerhalt: 15 Unterrichtseinheiten innerhalb der Gültigkeitsdauer, jeweils in der höchsten gehaltenen Stufe. Eine höhere Stufe verlängert die darunterliegenden automatisch mit.
Stand: September 2026. Ordnungen der Verbände ändern sich — wer eine Prüfung oder Ausbildung plant, sollte den aktuellen Stand beim Landesverband erfragen.